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Buch
 
Peter Hain: Das Geheimnis therapeutischer Wirkung
Worin liegt das Geheimnis einer erfolgreichen Psychotherapie?
Was wirkt in den verschiedenen therapeutischen Verfahren?

Vorworte:
Heinz Stefan Herzka
Helm Stierlin

Rezension:
NZZ

(Gebundene Ausgabe vergriffen)
eBook (PDF) 2012
Euro 14,00
ISBN 978-3-89670-885-4
Carl-Auer Verlag
Der Verlag für Systemisches

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Peter Hain hat zehn international bekannte und renommierte Kapazitäten aus unterschiedlichen psychotherapeutischen Schulen nach den Wirkfaktoren ihrer Arbeitsweise befragt. Heraus kam ein konsequent inter- und transdisziplinär ausgerichtetes Buch. Sein Gesprächsteil gibt einen lebendigen und unmittelbaren Einblick in das therapeutische Vorgehen, die berufliche Entwicklung und die immense Erfahrung der Befragten. Im Auswertungsteil beschreibt Peter Hain die Basisvariablen psychotherapeutischer Arbeit und wie sie unabhängig von Schulen oder speziellen Techniken wirken.
Eine spannend zu lesende Basisliteratur für jede zukunftsgerichtete therapeutische Ausbildung und Arbeit!

Peter Hain führte Gespräche mit:
Frank Farrelly (Provokative Therapie)
Erika Fromm (Hypnoanalyse)
Eugene Gendlin (Focusing)
Moris Kleinhauz (Klassische Hypnosetherapie)
Reinhart Lempp (Kinder- und Jugendpsychiatrie)
Cloé Madanes (Strategische Familientherapie)
Siegfried Mrochen (Hypnosystemische Therapie)
Helm Stierlin (Systematische Familientherapie)
Hans H. Strupp (Psychotherapieforschung)
Paul Watzlawick (Kurzzeittherapie / Konstruktivismus)

Vorworte · Zitate

(...) Indem dieses Buch Schulendifferenzen überbrückt, den Menschen bzw. die Person der Therapeutin und des Therapeuten in den Mittelpunkt stellt, die Vielfalt anerkennt, das Gemeinsame herausarbeitet, Entwicklungsprozesse der Interviewpartner einbezieht, sich auch vor unbequemen Themen nicht scheut, in dieser und manch anderer Hinsicht ist dieses Buch selbst ein wichtiger Beitrag der Klärung; es ist heilsam für die sowohl in manchen Fachkreisen wie in der Öffentlichkeit oft verwirrt geführten Diskussionen der letzten Jahre; es verhilft der Psychotherapie zu einem gestärkten und geklärten Selbstbild, ist gewissermassen Therapie für die Psychotherapie.
Prof. Dr. med. Heinz Stefan Herzka, Zürich

(...) Denn es lässt diese therapeuten in einer Weise zu worte kommen, die sie uns nicht nur als innovative Persönlichkeiten, als Meister ihrer Zunft, als Lehrer und Mentoren, sondern auch als Menschen mit ihren oft liebenswerten Eigen- und Besonderheiten nahe bringt. weswegen ich dieses Buch allen an Psychotherapie Interessierten wärmstens empfehlen möchte.
Prof. Dr. med. et phil. Helm Stierlin, Heidelberg


Rezension NZZ, Nr. 24, 30. Januar 2002

Psychotherapeuten lüften ihr Geheimnis
Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie die Wirkung von Psychotherapien gemessen werden kann. Seit 1994 das Opus von Klaus Grawes zur Nutzenanalyse psychotherapeutischer Methoden erschienen ist, polarisiert die Frage der Wirkungsweise die Disziplin. Nun klinkt sich ein weiterer Autor in die Debatte ein. Der Zürcher Psychotherapeut Peter Hain präsentiert mit seinem kürzlich erschienenen Buch eine neue Gegenposition zu Grawes empirischem, meta-analytischem Ansatz. Bereits der Titel ist Programm: «Das Geheimnis therapeutischer Wirkung», signalisiert, dass eine gute Therapie mehr als eine brillante Heiltechnik bedeutet.
Um diese besondere Qualität auszuloten, interviewte Hain zehn erfahrene Psychotherapeuten, die zugleich prominente Exponenten unterschiedlicher Richtungen sind. Alle offenbarten bereitwillig ihren breiten Erfahrungsschatz, zusammengenommen ein Fundus aus über 400 Praxisjahren. Entstanden sind Einblicke in Erfolge und Misserfolge, Ahnungen und Reflexionen über die heilende Kraft der Psychotherapie. Zwar legen sich Status und Alter der Befragten - der jüngste ist 58 Jahre alt - wie Weichzeichner über die Gespräche. Doch das sensibilisiert für Zwischentöne und zwingt die Leser, selbst «therapeutische Antennen» wie Neugier, Aufmerksamkeit oder Empathie «auszufahren». Das lohnt sich, entdeckt man doch plötzlich Subversives. So kümmert es keine der Koryphäen, wenn sie um des Patienten willen einen methodologischen Tabubruch begeht und etwa für eine therapeutische Intensität plädiert, die jede psychoanalytische Distanz vermissen lässt. Und allmählich erschliesst sich, was es bedeutet, psychotherapeutische Methoden nicht als Handlungsanweisung, sondern als Grundlagenwissen einzusetzen, aus dem man in der Praxis souverän und gezielt schöpfen kann. Das Buch ist am stärksten, wo es die Befragten zu Wort kommen lässt, selbst wenn es die Interviews nur gekürzt wiedergibt. Mit dem Auswertungsteil, der Perspektiven für eine zukunftsorientierte Psychotherapie aufzeigt, beweist der Autor, dass die Wirkungsforschung von Expertengesprächen profitiert: Der Kern therapeutischer Beziehungen wird freigelegt.
Ruth Kunz
 
 
Fachartikel

Humor
Wurde bereits in den 20-er Jahren von Freud als hochstehender Abwehrmechanismus («die siegreich behauptete Unverletzlichkeit des Ich») diskutiert und von Adler als eine, die Therapie fördernde Grundhaltung gewürdigt (vgl. Bernhardt, 1985). Frankl, der eigentliche Pionier des therapeutischen Humors, betonte, dass nichts den Patienten so sehr von sich selbst distanzieren lasse, wie der Humor und sich der durch die paradoxe Intention eingeleitete Einstellungswandel gerade in der Humorreaktion anbahne. In den 60-er Jahren rückte dann Farrelly (Farrelly & Brandsma, 1985) den Humor seinerseits ins Zentrum der Provocative Therapy und zeigte, wieviel mehr an therapeutischer Herausforderung KlientInnen zugemutet werden kann, wenn es humorvoll geschieht. Aber auch wichtige Vertreter und Pioniere anderer Therapierichtungen hielten Humor für ihre therapeutische Arbeit bedeutsam, wie z.B. Berne, Ellis, Beck, Lazarus und Watzlawick, oder waren für Ihren humorvollen Stil bekannt, wie M.Erickson oder Withaker. Aktualisiert durch die Ergebnisse der noch relativ neuen Lachforschung (Gelotologie) haben sich während der letzten 10 Jahre Veröffentlichungen zu Lachen und Humor auch in der psychotherapeutischen Fachliteratur vervielfacht. Während sich das physiologische Potential u.a. darin zeigt, dass Humor das Immunsystem beeinflusst, dass Lachen Schmerz reduzieren, Stressabbau, Durchblutung und Verdauung fördern, oder helfen kann, den Blutdruck zu senken, wirkt das emotionale, kognitive und kommunikative Potential des Humors (vgl. Titze et al., 1994) nur dann konstruktiv, wenn die wichtigsten Grundbedingungen, v.a. Empathie und Wertschätzung, oder die Bereitschaft von TherapeutInnen, auch die eigene Position gegenüber KlientInnen humorvoll beleuchten und relativieren zu können, erfüllt sind (Hain, 1996). Therapeutischer Humor induziert oft einen leichten Trancezustand (vgl. Konfusionstechnik), initiiert innere Suchprozesse und kann die therapeutische Wirkung von Metaphern, Umdeutungen oder Suggestionen verstärken. Innerhalb des Bezugsrahmens des/der KlientIn eröffnen gemeinsam mit dem/der TherapeutIn entwickelte humorvolle Phantasiereisen oft schnellen Zugang zu neuen Ressourcen und Perspektiven (vgl. Inframing, Hain, 1993). Prophylaktisch avanciert der Humor als lernbare Fähigkeit zur coping strategy und somit von der Intervention zum therapeutischen Ziel.

Literatur:
Bernhardt, J. A.: Humor in der Psychotherapie. Weinheim (Beltz) 1985
Farrelly, F., & Brandsma, J.: Provokative Therapie. Berlin (Springer) 1985
In: Mrochen, S., et al. (Hrsg.): Die Pupille des Bettnässers. Heidelberg (Auer) 1993
Hain, P.: Humor als therapeutische Intervention. In: Peter, B., & Kraiker, C. (Hrsg.)
Hypnose und Kognition, Band 13 (1+2). München (M.E.G. Stiftung) 1996: 251-256
Titze, M., Eschenröder, C., Salameh, W.: Therapeutischer Humor - ein Überblick.
In: Integrative Therapie 3/1994: 200-234

Im ersten "Deutschsprachigen Wörterbuch für Psychotherapie" (Springer Verlag, 2000) konnte Peter Hain "Humor" als therapeutischen Fachbegriff einführen und beschreiben.
 
 
Liste der Publikationen (Auswahl)

Hain, P.: Humor in der systemischen Therapie. In: Levold, T. & Wirsching, M.: Systemische Therapie u. Beratung, C. Auer 2014.

Hain, P.: Das Geheimnis therapeutischer Wirkung. Heidelberg, Carl Auer, 2012, (als eBook erschienen).

Hain, P.: Kampf, Krampf und Lösung. In: Leeb, W. & Trenkle, B., (Hrsg.), Der Realitätenkellner. Heidelberg: C. Auer 2011.

Hain, P.: Entlassung auf Bewährung. In: Wild, B., (Hrsg.), Humor in Psychiatrie und Psychotherapie. Berlin: Schattauer 2011.

Hain, P.: Wie wirken Psychotherapeuten. In: Hypnose & Kognition, 2003.

Hain, P.: Das Geheimnis therapeutischer Wirkung. Heidelberg, Carl Auer, 2001.

Hain, P.: Humor und Hypnotherapie. In: Revenstorf, D. & Peter, B., (Hsg).: Hypnose in Psychotherapie und Psychosomatik. Ein Manual für die Praxis. Berlin, Springer 2000.

Hain, P.: Diverse Kurzbeiträge (Hypnose, Humor). In: Pritz, A. et.al. (Hrsg.): «Wörterbuch der Psychotherapie», Wien, Springer, 1999.

Hain, P.: Humor als therapeutische Intervention. In: Hypnose und Kognition, Band 13, Heft 1 & 2, April 1996.

Hain, P.: Inframing – Bitte einsteigen ... und die Türen öffnen! In: Mrochen, S. et.al. (Hrsg.): Die Pupille des Bettnässers. Heidelberg, Carl Auer, 1993.

Haas, J.; Hain, P.; Spirig, Ch.: Verlaufsaspekte der Syndromatik leicht hirngeschädigter Kinder. Eine Nachuntersuchung. In: Sieber, M.: Das leicht hirngeschädigte und das psychoreaktiv gestörte Kind, Hans Huber, Bern 1981 (2., erweiterte Auflage, S. 223–236).

Zahlreiche Fachbeiträge in Zeitschriften, Radio und Fernsehen.